“Gurken”-Invasion in Sofia: Straßenbahnen aus der Schweiz im Einsatz

Written by on April 26, 2017 in Stadt Sofia - Comments Off on “Gurken”-Invasion in Sofia: Straßenbahnen aus der Schweiz im Einsatz

Die bulgarische Hauptstadt Sofia ist mit einer Gurkenivasion konfrontiert. Bei diesen “Gurken” handelt es sich um von der Schweiz gespendete Straßenbahnen, die zuvor in Basel im Einsatz waren. In Sofia werden die gebrauchten Fahrzeuge noch ältere Straßenbahnen auf den Linien 6, 8 und 12 ersetzen.

Die Bürgermeisterin von Sofia, Yordanka Fandakova, war am Dienstag mit dem schweizer Botschafter in Bulgarien, Denis Knobel, und der Ministerin für E.U.-Gelder in der bulgarischen Übergangsregierung, Malina Krumova, an Bord einer der “Gurken”.

Botschafter Knobel bat Sofia bei dieser Gelegenheit, die “Gurken” so grün zu belassen, wie sie es heute sind. “Dies ist die einzige Bedingung für die Spende. Wir bitten Sofia, sie grün zu lassen, als Symbol für den Schutz der Umwelt.” Bürgermeisterin Fandakova, die ihre Straßenbahnfahrt zu genießen schien, versprach ihm dies. Sie sagte, sie sei dankbar für den erhaltenen Zuschuss für die Straßenbahnen, der 85% des Wertes der Fahrzeuge beträgt. “So können wir sehr alte Straßenbahnen ersetzen, die sich in Sofia bewegen”, so die Bürgermeisterin.

Die Ankunft der zweiten Ladung “Gurken” in Sofia, am 17. April 2017. 

Der Zustand vieler Straßenbahnen in Sofia ist schlecht, was auch für viele Gleise gilt. Das Problem auseinanderfallender, wackeliger Gleise verringert nicht nur die Geschwindigkeit der Straßenbahnen in der bulgarischen Hauptstadt, sondern beschädigt diese auch. Zudem machen sie Fahrten mit den Bahnen nicht gerade komfortabel. Auf dieses Problem weist die Sofioter Organisation “Spasi Sofia” (“Rettet Sofia”) regelmäßig hin.

Insgesamt 28 “Gurken” sollen nach Sofia gebracht werden. Diese Sachspenden sind Teil eines Kooperationsprogramms zwischen Bulgarien und der Schweiz.

Die ersten vier grünen Straßenbahnen kamen Anfang Februar in Sofia an. Eine weitere Ladung von acht “Gurken”, die auf Güterwaggons transportiert wurden, erreichten Sofia vor gut einer Woche. Weitere 16 Bahnen werden erwartet.

Seit Montag befinden sich zwei “Gurken” im Einsatz, deren Zahl aber konstant steigen wird.

Als Ersatz für die nach Sofia geschickten “Gurken” erwarb Basel sehr sexy wirkende Bahnen.

Die “Gurken” aus Basel wurden in den frühen 1990er-Jahren hergestellt. Sie sind mit Kameras und CCTV-Bildschirmen ausgestattet. Es handelt sich um Niederflur-Straßenbahnen, die zumindest jeweils in der Mitte von körperlich behinderten Fahrgästen, Senioren und Eltern oder Großeltern mit Kinderwagen bestiegen werden können.

Basel musste sich natürlich Ersatz für die “Gurken” beschaffen. Die Stadt kaufte sehr elegant, leicht und modern anmutende Fahrzeuge.

Fotos: Basler Verkehrs-Betriebe.

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Imanuel Marcus is Associate Editor of The Sofia Globe. He is German and lives in Sofia. Contact: imanuelmarcus (at) gmail.com