Masern-Epidemie in Rumänien: Gefahr für Bulgarien und andere Nachbarn

Written by on March 17, 2017 in Bulgarien - Comments Off on Masern-Epidemie in Rumänien: Gefahr für Bulgarien und andere Nachbarn

Als Reaktion of die Masern-Epidemie in Rumänien hat das bulgarische Gesundheitsministerium in Sofia Empfehlungen an die regionalen Gesundheitsinspektorate verschickt, die ein Überschwappen nach Bulgarien verhindern sollen.

Zuvor hatte in Bukarest das Nationale Institut für Gesundheit Zahlen veröffentlicht. Demnach hatten sich bis vor einer Woche 3.446 Menschen in Rumänien infiziert. Siebzehn Kinder sind bisher an Masern gestorben. Von dem Masern-Ausbruch sind im Moment 37 von 41 rumänischen Landkreisen betroffen.

Allein im Landkreis Timis hatten 530 Personen Masern. Vier Kinder starben in der Region. In der Hauptstadt Bukarest starb ein Kind, seitdem der Ausbruch im Sommer 2016 erstmals registriert worden war.

In ganz Rumänien haben die Behörden Impfkampagnen für Kinder im Alter zwischen 9 Monaten und 9 Jahren gestartet, da vor allem sie gefährdet sind. Gesundheitsexperten in Bukarester Behörden gaben an, Kampagnen gegen Imfungen in sozialen Medien hätten zu dem Masern-Ausbruch geführt, da diese viele Eltern überzeugt hätten.

Rumänische Roma sind im Vergleich zum Rest der Bevölkerung sehr gefährdet, inklusive der Kinder in dieser Bevölkerungsgruppe, was mit dem aufgrund der Armut begrenzten Zugang zu Ärzten und Kliniken zu tun hat.

Die Masern-Epidemie in Rumänien ist auch für Nachbarstaaten eine schlechte Nachricht, inklusive Bulgarien. Das Europäische Zentrum für Kranheitsprävention und Kontrolle kam zu dem Ergebnis, dass “Masern-Ausbrüche in anderen E.U.-Staaten auf den Ausbruch in Rumänien zurückzuführen sind.”  .

Die europäische Behörde ist der Ansicht, dass ein Export aufgrund der Größe und der geografischen Verbreitung der Masern-Epidemie wahrscheinlich ist. Auch in Italien und England ist die Zahl der Masern-Fälle derzeit sehr hoch, während die Situation in Rumänien aber weitaus schlimmer ausfällt.

In Sofia forderte das bulgarische Gesundheitsministerium die regionalen Gesundheitsinspektorate auf, Informationen zu möglichen Masern-Fällen zu sammeln. Auch hieß es, Familienärzte sollten die Impfungslisten ihrer Patienten überprüfen, um festzustellen, ob Masern-Impfungen vorlägen. Dies sei vor allem bei Kindern wichtig, so das Ministerium.

Die Tatsache, dass sich die bulgarischen Behörden nun beeilen, Daten zu sammeln und Empfehlungen zu verteilen, zeigt, dass sie einen Import der Epidemie für möglich halten und dementsprechend besorgt sind. Die Frage ist, ob das Ministerium gegenenfalls etwas spät reagierte.

Immerhin einen positiven Trend gibt es in Bulgarien: Bulgarischsprachigen Medienberichten zufolge sinkt die Zahl der Eltern von Babys und Kleinkindern, die Impfungen für ihre Kinder ablehnen. BNT zitierte derweil eine Kinderärztin, die angab, in den 32 Jahren ihrer Arbeit in diesem Bereich hätte sie nicht einen einzigen Fall von mit Impfungen zusammenhängenden, schweren Gesundheitskomplikationen erlebt.

Kinder in Bulgarien bekommen in der Regel Impfungen mit drei Komponenten, gegen Röteln, Mumps und Mastern. Experten zufolge sind diese Impfungen sehr effektiv.

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Imanuel Marcus is Associate Editor of The Sofia Globe. He is German and lives in Sofia. Contact: imanuelmarcus (at) gmail.com